Wohin steuert China?

Wohin steuert China?

Schauen wir uns an wie sich China die in den letzten 15 Jahren entwickelt hat um Rückschlüsse für die Zukunft ziehen zu können. Ökonomisch hat sich das Land seit dem Beitritt zur WTO in 2001 stark gewandelt. Durch die Öffnung für ausländische Investitionen konnte das Land der Mitte einen grandiosen Aufschwung verbuchen und nach wie vor profitieren bestimmte Branchen von einem wirtschaftlichen Aufwind.

In den letzten Jahren ändert sich der Kurs den wir seit 2001 gesehen haben. Viele kleine Hersteller gehen in Konkurs. In Zhejiang, einer der wichtigsten Provinzen für die Herstellung von Konsumgütern, klagen viele Unternehmer über die miserable wirtschaftliche Lage. Der „Goldrush“ im „Manufacturing“ ist rückläufig seit der Krise in 2008. Es konnten sich einige Spieler von der Konkurrenz absetzen, im Wettbewerb der 2008er Krise. Viele Textilfirmen wandern ab nach Süd-Ost-Asien.

Die Politik steuert mit Subventionen dagegen und versucht den Binnenmarkt für heimische Firmen zu erschließen, was jedoch nur schleppend voran geht. Chinesen setzen ihr Vertrauen lieber in ausländische Waren als in chinesiche.

Wir sehen derzeit, dass China sich neu aufstellt und eine neue Epoche steuert die sich auf eigene kulturelle Werte besinnt. Protz und Prunk sind nicht länger erstrebenswert um, wie es Xi Jinping in seiner Rede vom 30.11.2016 sagte, „Materialismus, Egoismus und Hedonismus aktiv entgegentreten.“

Das fieberhaft rücksichtslose Streben nach materiellen Werten auf Kosten der Natur und des  gesellschaftlichen Zusammenhalts kühlt sich ab. Im chinesischen Alltag ist der Trend erkennbar. Junge Chinesen streben nicht mehr nach den best bezahltesten Stellen oder hohem gesellschaftlichen Ansehen. Die Luxuskarossen der Fuerdai (Kinder neureicher Eltern) ernten nur noch gelangweilte Blicke. Man legt deutlich mehr Wert auf ein gesundes Arbeitsumfeld, Freizeitgestaltung, familiäre Harmonie und besonders auf gesunde Ernährung. Das wachsende Angebot an importierten Nahrungsmitteln spiegelt den Trend wieder.

Ein weiteres Beispiel dafür ist, dass Chinesen den Individualtourismus für sich entdecken. Junge Menschen lehnen immer häufiger die durchorganisierten Pauschalreisen ab und reisen auf eigene Faust in weit entfernte chinesische Provinzen mit Zelt und Schlafsack. Individuelle Entfaltung und der Genuss freiheitlicher Lebensgestaltung abseits traditioneller Normen, rückt in den Fokus des jungen chinesischen Mittelstandes.

Europa ist den gleichen Wandel in mehreren Jahrzehnten durchlaufen und China macht es wie üblich im Schnelldurchlauf nach. Man kann daraus schließen, dass sich China immer weiter zu einer aus westlicher Sicht, normalen Gesellschaft und Rechtstaatlichkeit entwickeln wird. Der Bedarf an sicheren Verhältnissen nimmt zu.

Für Ausländische Geschäftsleute kann der Trend möglicherweise Positives bereithalten. Deren Rechte werden ebenfalls weiter gestärkt.

 

 

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